Posts Tagged: Weltbild und Menschenbild


21
Jun 15

Globale Zeitzonen

Globus im Bahnhof Stockholm Central

Globus im Bahnhof Stockholm Central

Die Uhrzeit war vormals in erster Linie abhängig vom astronomischen Stand der Sonne bzw. den Traditionen jeweils vor Ort.

12 Uhr konnte mittags sein (höchster Stand der Sonne). Oder die Stunden wurden mit Sonnenaufgang gezählt, mit Sonnen-Untergang, oder nach anderen Gesichtspunkten.

Das Reisen mit der Eisenbahn machte eine Vereinheitlichung der Uhrzeit nötig, denn die jeweilige astronomische Ortszeit von Start- und Zielbahnhof war bei einer Reise von West nach Ost deutlich zu merken.

Man musste das frühere oder spätere Auf- oder Untergehen der Sonne von der tatsächlichen Reisedauer abziehen (Reise von Ost nach West) oder dazuzählen (umgekehrt), um am jeweiligen Ziel in der richtigen Ortszeit anzukommen.

So kam man auf die Idee, den Globus in 24 Streifen für 24 Tages-Stunden einzuteilen, in denen jeweils eine Zeitzone gelten sollte. Dies machte nur noch ein Umstellen an der nächsten Zeitzone nötig – um eine volle Stunde.

Abgesehen von leichten Anpassungen, die nationale und internationale Grenzverläufe berücksichtigen, ist es dabei bis heute geblieben.

In Russland gilt übrigens für die Eisenbahn nur die Moskauer Zeit, weshalb die meisten Bahnhöfe zwei Uhren haben: eine für die Bahn (Moskau), die andere für die Zeitzone, in der der Bahnhof liegt.

(zur Sommer-Sonnenwende 2015)

 


14
Mrz 15

Doppelt Global

doppelt Global

Drei Welten: über dem Boden, der Boden, unter dem Boden

Heute ist im laufenden Kalenderjahr der 3. Monat, der 14. Tag.

Laut Wikipedia soll der Amerikaner Larry SHAW Begründer der Tradition sein, nach der der 14. März als inoffizieller Feiertag begangen wird – mit schön rund geformten Kuchen.

Die amerikanische Schreibweise dieses Datums ist 3.14, wobei der amerikanische Punkt unser Komma ersetzt. Die Kreiszahl π beginnt mit 3,14… (in unserer Schreibweise).

Das Bild kann als Hommage an M.C. ESCHERs “drei Welten” aufgefasst werden: auf dem spiegelnden Boden (1) spiegelt sich ein Kugel darüber (2), und zum Teil schaut man durch den Boden hindurch (3) zu den kleinen Globen.

Gesehen in der Wolfsburger Autostadt, wo dieses Bild aufgenommen wurde.

Doppelt global sind die Folgen der Weltwirtschaft: die individuellen Freiheiten wachsen global im selben Mass, wie die Verantwortung für die Folgen unserer Freiheit für andere Menschen.


1
Jan 15

Generation 4D

einen Schritt weiter gehen!

einen Schritt weiter gehen!

Das richtige Leben spielt sich im 3-dimensionalen Raum ab. Und da es in Bewegung ist, und die Zeit als 4. Dimension angesehen werden kann, sogar 4-dimensional.

Wir haben uns an die optische Täuschung gewöhnt, dass alle Bilder, ob gedruckt oder am Bildschirm, real nur 2-dimensional sind. Die Tiefe fehlt.

Die Wirklichkeit der schönen, neuen Welt: am Bildschirm wird das Bild 1-dimensional aufgebaut.

Die Technik hat ihren berechtigten Platz in unserem Leben. Gehirnfoscher warnen jedoch berechtiger Weise davor, dass durch übermässige Mediennutzung echte Raumerfahrungen verloren gehen. So ist die Kompetenz der räumlichen Vorstellungs- und Denkleistungen bei Schülern in den letzten Jahren dramatisch eingebrochen.

Gebt den Kindern das Fach Darstellende Geometrie zurück! Lehrt sie Landkarten lesen! Lasst sie zeichnen und konstruieren. Und mit beweglichen Modellen spielen! Anregungen gibt es hier auf dieser Seite in grosser Zahl.


1
Aug 14

Sphärisches Weltbild

spiegelnde Kugel in Malmö

spiegelnde Kugel in Malmö

Mit einer spiegelnden Kugel kann man eine Welthälfte vollständig abbilden, wenn man nicht selber einen Teil davon verdeckt.

An das Bild muss man sich aber erst gewöhnen. Der Preis für die Vollständigkeit ist die Verzerrung an den Rändern.


29
Mrz 13

Achsenkreuz

Lampen im Restaurant der Wolfsburger Autowelt

Lampen im Restaurant der Wolfsburger Autowelt

Dass die Wissenschaft der Kunst folgt, sieht man z.B. daran, dass erst die Musik war, und dann erst im Laufe der Zeit die Notierung der Musik erfolgte: damit wurden Tonhöhen und -längen, und auch der zeitliche Verlauf der Melodie visualisierbar.

Erst viel später machte man sich dies in der Mathematik  dienstbar: mit dem Koordinatenkreuz. In der Ebene verwendet und bezeichnet man x- und y-Achse. Für die Raumestiefe zusätzlich die z-Achse.

Damit wird jeder Punkt im Euklidischen Raum darstellbar und berechenbar in seiner Relation zu anderen Punkten. Nach seinem Erfinder René DESCARTES (lateinisiert Renatus CARTESIUS) wird das Achsenkreuz auch als Cartesisches Achsenkreuz bezeichnet.

Das Achsenkreuz hat in der Kreuzung der Achsen den Nullpunkt. Und nicht nur die Zählung von Einheiten beginnt hier bei Null. Der Kreuzungspunkt ist, wie jeder Punkt ohne jegliche Ausdehnung, und ist insofern das denkbar Kleinste, was sich denken lässt – ein sprichwörtlicher Nullpunkt.

Dass sich die christlichen Kirchen das Achsenkreuz mit dem Nullpunkt in der Mitte auf das Dach heften, hat mit dem Tod des Gekreuzigten zu tun, was ja unbestritten auch ein Nullpunkt ist. Dem dann allerdings die Auferstehung folgt.

(zum Karfreitag 2013)


14
Mrz 13

Urbi et Orbi: Punkt und Umkreis

Ein Segen für die Stadt (urbi) und den Umkreis (orbi).  Da ist der neue Papst FRANZISKUS gestern dem heutigen π-Day noch zuvorgekommen.

Seine Botschaft, geometrisch übersetzt: Mittelpunkt und Umkreis. Die Kreiszahl π definiert das Verhältnis von Umfang zu Radius eines Kreises und der Kugel.

Heute ist im laufenden Kalenderjahr der 3. Monat, der 14. Tag. Die amerikanische Schreibweise dieses Datums ist 3.14, wobei der amerikanische Punkt unser Komma ersetzt. Die Kreiszahl π beginnt mit 3,14… (in unserer Schreibweise).

Laut Wikipedia soll der Amerikaner Larry SHAW Begründer der Tradition sein, nach der der 14. März als inoffizieller Feiertag begangen wird – mit schön rund geformten Kuchen.

Den alten Griechen galt, dass es, abgesehen von allen Anwendungsfragen, für die eigenen Persönlichkeitsbildung segensreich ist, Geometrie zu treiben.

Ob die Kardinäle gestern schon zu einer gemeinsamen Entscheidung kamen, um dem π-Day noch zuvorzukommen – im Stil eines Don Camillo-Peppone-Wettlaufs? (da galt es, gegenüber dem anderen als erster am Start zu sein um als jeweils fortschrittlicher zu gelten) – Es sei dahingestellt.

Vieles spricht heute für den päpstlichen Segen für Zentrum und Umkreis. Wie auch vieles immer noch dafür spricht, daß etwas Heilsames darin liegt, Geometrie zu treiben.


28
Feb 13

Global denken, lokal handeln

Globus in der Eingangshalle zur Autostadt in Wolfsburg

Globus in der Eingangshalle zur Autostadt in Wolfsburg

… eine Forderung für Umweltschutz und Menschenrechte.

Von der Wirtschaft können wir es offensichtlich lernen, wie.


1
Mai 12

Tag der inversionalen Arbeit

Das Ziel, für die Rechte der Aller zu kämpfen, also auch für die, die weniger gut gestellt sind, führte zur internationalen Arbeiterbewegung. Jedes Jahr am 1. Mai – früher Arbeitstag, heute Feiertag – wird daran erinnert. Manchmal hört man dann auch die “Internationale”, wenn man so will, die inter- “National” -Hymne der Arbeiterbewegung:

Die Internationale

Völker hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationa – a – le
Erkämpft das Menschenrecht.

(Emil LUCKHARDT)

Dass der 1. Mai, der sogenannten “Tag der Arbeit” gar kein Arbeitstag im wortwörtlichen Sinn ist hat dabei eine komische Note. Man müsste, um eine nominelle und tatsächliche Arbeit in Einklang zu bringen, eins von beiden begrifflich oder dem Termin nach umstülpen. In etwa so, wie man einen rechten Handschuh umstülpt, so dass er nun für die linke Hand passt.

Jedenfalls, wenn man schon Feiertag hat, kann man in der freien Zeit was machen; sich zum Beispiel mit Inversions- (Umstülpungs-) und Liniengeometrie beschäftigen. Hier geht man zwar nicht in erster Linie von der Sozialen Frage aus (die ohne jeden Zweifel und nach wie vor zu den dringlichsten Zeitfragen gehört). Vielmehr geht es um die eigene Erkenntnistätigkeit in sehr anschaulicher Weise. Dies bildet die Persönlichkeit, und das wiederum kann die Soziale Frage sehr befruchten. Nicht ohne Grund wurden zu früheren Zeiten die Mächtigen genötigt, sich in Geometrie unterweisen zu lassen.

Wer selber schon mal geometrisch gearbeitet hat, wird sicher bestätigen, dass die geometrischen Gesetzmäßigkeiten im tätigen Erkennen und Umsetzen etwas sehr Befriedendes, Klärendes haben. Hier führt sich der Mensch im Streben nach dem Rechten selbst zum Rechten (was jetzt ausdrücklich nicht doppeldeutig politisch, sondern in einem ganz umfassenden Sinn gemeint ist). Das wird der Sozialen Frage wohl kaum schaden. In diesem Sinne:

Die Inversionale

Völker hört: Trigonale!
Auf zum Liniengeflecht!
Die In – ver – si – o – na – a – le
Erkennt den Menschen recht.

(Justin THYME)

Arbeit an sich selbst und Arbeit für andere: beides kann Not wenden.


5
Mrz 12

Das goldene Zeitalter der Geometrie

Platonische Landschaften. Sandra SCHMIDT

Bei den alten Griechen galten die Geometrie und ihre Formen einer höheren Welt zugehörig. Das kann man gelegentlich an sich selber verifizieren.

Vielleicht nicht so sehr durch das Studium der alten Schriften, sondern dadurch, das man sich mit solchen Dingen beschäftigt, sich auf sie einläßt.

Das kann mathematische und zahlenmäßige Züge haben, handwerklich praktische, oder auch ästhetische. Nicht das erbsenzählerische Faktensammeln ist gemeint, sondern mehr die innere Verbindung, in einem umfassenden “Platonischen” Sinn.

In Momenten der Ruhe kann man dann der Klarheit,  Schönheit und auch der Sinnhaftigkeit der Geometrie inne werden. Ruhe ist dann kein Stillstand, sondern mehr eine innere Aktivität und Steigerung des bewußt beobachteten Sachverhalts. Insofern ist Geometrie einer höheren Welt zugehörig: Geometrie ist nicht materiell. Geometrie strukturiert aber alle Materie.

Und umgekehrt eignen sich besonders eben die materiellen Formen dazu, die Geometrie überhaupt zu veranschaulichen, und damit den Erkenntnisweg anzustoßen.

Die alten Griechen werden das gewußt haben. In unserem heutigen Alltag dagegen ist das oft verdrängt. Allerdings haben wir, was die Alten nicht hatten: Freizeit. Und frei verfügbare Informations- und Kommunikationswege. Insofern steht uns für ein neues goldenes Zeitalter nichts im Wege.

Und wer weiss, vielleicht ist das goldene Zeitalter der Geometrie nicht schon vergangen, sondern steht erst noch bevor. Zumindest verheißen uns dies die Installationen und Bilder von Sandra S. SCHMIDT. Näheres dazu bei dodeca-art.com


19
Feb 12

Wachsende Ringe (I): Kopernikus

Glasschalen im Babuschka-Prinzip

Glasschalen im Babuschka-Prinzip

Zwei Weltbilder konkurrierten immer wieder miteinander: das Ptolomäische (nach PTOLEMÄIUS) setzt die Erde in die Mitte, die Sonne und alle anderen Gestirne bewegen sich darum herum. Das erschliesst sich aus der einfachen unmittelbaren Sinneswahrnehmung von der Erdoberfläche aus.

Im Kopernikanischen (nach Nikolaus KOPERNIKUS) Weltbild steht die Sonne in der Mitte, mit den Planeten darum herum, und die Planeten ihrerseits werden von den Monden umrundet. Dieses erschließt sich erst durch Beobachtungen, die durch geometrisches Denken reflektiert werden.

Beiden gemeinsam ist der geometrische Aufbau: innen die Zentrale; außen, in wachsenden Ringen das Periphere, sich bewegende.

In umgekehrter Reihenfolge kennt man das ja auch von den russischen Babuschkas: öffnet man die größte, findet sich darin die nächstkleinere usw. Und im Alltag findet dieses Prinzip praktische Anwendung, wenn man sich bei wechselhafter Witterung nach dem Zwiebelprinzip kleidet.

(zum Geburtstag von Kopernikus)