Posts Tagged: Kunst


24
Dez 11

Goldene Kugel

"Sphaera" von Stephan BALKENHOL in Salzburg, Kapitelplatz

Eine goldene Kugel. Mitten auf dem Platz. Mitten in der Stadt. Mitten in Europa.

Und obendrauf steht jemand,  in weissem Hemd und dunkler Hose. Ein Mensch.

Woher kommt er? Wo geht er hin? Oder bleibt er? Und: was hat das mit mir zu tun?

Ich finde, er steht da, wie ein Gedanke, oder mein Denken, oder überhaupt das Denken.

Das passt zum Kapitel-Platz (Kapitel=lat: Köpfchen). Und es hat für mich auch etwas Weihnachtliches: “auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind”. Und da will die Kirche auch nicht weit sein, wie man im Hintergrund sieht…

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

 

 

 


12
Nov 11

Durchblick

Durchblick von Phillip Jenckel

Was da – sogar aus vielerlei Richtung – als Durchblick fungieren kann, sieht aus der Nähe betrachtet aus wie zusammengeschweisste Bleche, aus denen kreisförmige Teile gestanzt wurden.

Diese Skulptur von Phillip JENCKEL trägt den Titel Durchblick. Zu sehen am Kemnader See in Witten.

 


4
Sep 11

Rastplatz Oloid

Kunst am Rastplatz

Auf den ersten Blick: das hätte ein Oloid werden können.

Auf den zweiten Blick: ein Oloid in Rast-Stellung. Etwa so, wie wenn ein Vogel seinen Kopf unter den Flügel steckt um zu schlafen.

Gesehen am Rijksweg (Autobahn) A7 (E22) beim Rastplatz, nördlich Amsterdam, in der Nähe von Benningbroek, NL.


28
Jun 11

Selbstportrait im Spiegel der Kugel

Selbstportrait


1
Jun 11

Würfel-Kunst

Kunst-Würfel, Karlsruhe

Nicht ohne Reiz ist die Verbindung von freier Form und geometrisch strenger Form des Würfels.

In dieser Ausführung in Metall von einer Begegnung von Form (Würfel) und Chaos (freie Form) zu sprechen, ist vielleicht nicht ganz zutreffend.

Und doch geht es in diese Richtung. Selbstverständlich nicht im moralinen Sinn, sondern als Formensprache: Alles auf der Welt bewegt sich zwischen den polaren Gegensätzen der Formstarre und freier Beweglichkeit.


22
Mrz 11

Z-Würfel

X Würfel von Georg MALIN

Da steht der Z-Würfel. Wie ein zweifaches X. Fast wie im Kino, und monumental wie ein Zeichen für ein abgeschlossenes zweites Jahrtausend.

Ton in Ton mit dem Hintergrund, dem Gebäude der LSK, der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung in Vaduz.

Das Z liest sich aber nur von Innen nach Außen als solches, sonst ist es seitenverkehrt.


20
Jan 11

Plastische Würfelpackung

Würfelskulptur von Erich Glauer

Äußerlich betrachtet sieht diese Skulptur von Erich Glauer aus wie wenn Pyrit (Schwefeleisen) in Würfelform kristallisiert. Bevor diese Form in Bronze gegossen wurde, ist sie offensichtlich in Ton plastiziert worden.

Die mögliche Ausgangsform der klar und hart ausgeformten Kristalle kann man im Schaffensprozess des Künstlers als eine Art Kälte- und Formpol ansehen. Die ausdauernde plastizierende Arbeit am Ton als Erwärmungsprozess, der in der Hitze des Gussverfahrens, und im zeitweiligen Formverlust des Abgussverfahrens als Wärme- bzw. Bewegungs- oder Chaospol kulminiert, und letztlich wieder zu einer Form gerinnt, erkaltet.

Der Prozess Form >  Chaos > Form kommt wieder auf den Kältepol zurück. Nun ist die Form aber qaulitativ verändert, weil sie durch einen Wärmeprozess gegangen ist.

Übrigens wird Schwefel in der Medizin in ähnlicher Weise verwendet um Wäreprozesse anzuregen.


1
Aug 10

Dorfbrunnen: Strukturwandel (II)

Ruhrsandstein und schwarzer Kubus am Dorfbrunnen

Die alte Industrielandschaft stand auf drei monolithischen Beinen: Kohle, Stahl und Bier. Heute ist daraus ein Tausendfüssler geworden. Der Strukturwandel brachte viele neue Berufe mit sich. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es hier – und wohl auch woanders – soviele Berufe gibt, wie Menschen.

Der von Timothy VINCENT gestaltete Brunnen in Herdecke-Kirchende symbolisiert diesen Wandel. Auf der einen Seite der alte Ruhr-Sandstein, der sich in der Erd-Urzeit bildete, vor etwa 355 mio. Jahren. Dieses Gestein führt die Kohleflöze, die die ganze Industrialisierung in Gang setzten. Daneben ein vulkanischer Stein, modern zum Würfel gestaltet. Er steht für die Entwicklung zu neuen Ufern. Der Wasserstrahl dazwischen als der alles verbindende Zeit-Strahl.

Dorfbrunnen in Herdecke-Kirchende, gestaltet von Timothy Vincent


24
Jun 10

Inside out

Cluster of Cubes, Dortmund, Harenberg-Center beim Hauptbahnhof

Diese vier Würfel sind an einer Stange befestigt. An beweglichen Lagern befestigt lassen sie sich vom Wind bewegen, folgen also ganz der Bewegung von außen. Die Arbeit des Künstlers George RICKEY (1907 – 2002) war es, die bewegliche Befestigung der Würfel technisch so einzurichten, dass die Bewegung der Würfel im Wind einen schönen Eindruck beim Betrachter hinterläßt. Letztlich werden hier die Bewegungen der Außenwelt am Kunstwerk sichtbar gemacht, gefiltert durch die dafür geschaffene Technik des Künstlers.

Oloid als Wälz- und Belüftungsgerät im Wasser. Abbildungen in: Klaus Ernhofer und Wolfgang Maas: Umstülpbare Modelle der Platonischen Körper (Dornach, CH, 2000)

Paul SCHATZ (1898 – 1979) propagierte ebenfalls eine Verbindung von Kunst und Technik. Sein Ansatzpunkt war die Gestaltung der Technik mit ihren eigenen Mitteln. In diesem Sinn die umgekehrte Richtung, die Rickey einschlug: die Technik sollte hier aktiv und heilsam in die Umwelt wirken.

Die von Paul SCHATZ gefundene Oloid-Technik bringt zum Ausdruck, was hier gemeint ist: mit einem doppelten gegenläufigen rotativen Antrieb wird das Oloid angetrieben. Es bewegt sich rhythmisch (beschleunigend und abbremsend im Wechsel). Damit kommt die (Oloid-Technik) der Bewegungsart entgegen, die das Wasser von sich aus gerne annimmt, wie z.B. die Mäander-Bildung von Wasserläufen zeigt.

Sechsgliedrige (Würfel-)Gelenkkette des Schatzwürfels mit Oloid. Modell: Werner Budde, HfK Bremen

Bemerkenswert ist bei Schatz, dass hier ebenfalls der Würfel die Ausgangsform ist: bei der Umstülpung des Würfelgürtels entsteht durch die Bewegung einer Würfeldiagonalen die Oberfläche des Oloids als Raum-Zeit-Form. Ein Kanten-Element muß dazu ortfest gehalten werden. Dabei bleibt der Würfel in seinen geometrischen Elementen (Ecken, Kanten und Flächen) erhalten, wird aber vollständig umgewendet. Das Modell von Werner BUDDE läßt ahnen, wie das gemeint ist.

Ganz allgemein kann man die beiden hier vertretenen Standpunkte als Beispiele sehen, wie der Mensch zu der Welt steht, in der er lebt: einerseits wird er von ihr bewegt, andererseit bewegt er aber auch in der Welt, in dem er in ihr tätig ist. Dabei kann er unterschiedliche Schwerpunkte setzten. Der dynamische Ausgleich zwischen beiden Ansätzen mag als ein ideales Gleichgewicht erscheinen.


16
Mai 10

Himmel über der Ruhr

Himmel über Oktaeder-Skulptur in Wetter an der Ruhr

…und die Wolken ziehn so schnell vorbei…

PLATO, nach dem die Platonischen Körper benannt sind, ordnet in seinem Timaios-Dialog dem Oktaeder das Element des “Luftigen” (oder dem “Flüchtigen”) zu.

Stellt man das Oktaeder auf die Spitze, so zeigt jede seiner Ecken in eine Raumesrichtung. Es scheint sich dann, wenn man das gefühlsmäßig so sagen darf, offensichtlich besonders wohl zu fühlen im luftigen Element.

Bei dieser Skulptur ruht das Oktaeder auf einer Kante, ebenfalls in der Luft. Und das sieht auch ganz prima aus.