Posts Tagged: Erlebnis-Geometrie


24
Okt 10

Oloid-Tage Tübingen

Oloid-Tagung 2010 in Tübingen

Praktisch an geometrischen Gesetzmäßigkeiten arbeiten: das Oloid in Holz, Ton und Papier. Mit den Händen ergründen und begreifen, und (erst) dann auf der praktischen Grundlage geometrische Fragen stellen: dies ist ein sehr fruchtbarer Zugang sowohl zur Geometrie, als auch zum Handwerken.

Tagungs-Impression

Beim Bau des Oloids aus Papier. Foto: Rosemarie Klett

FS Oloid

Tagungs-Impression. Bild (und Modell): Hartmut ENDLICH


18
Jul 10

Oloid auf der Überholspur

Im Rahmen der Ruhr-2010, Kulturhauptstadt Europas, wurde die meistbefahrene Autobahn Deutschlands, die A40 gesperrt.

Roloid auf der Überholspur

Roloid auf der Überholspur

60km freie Bahn für das Roloid und natürlich auch für die 3 Millionen Gäste, die bei dieser Aktion “Still-Leben Ruhrschnellweg” in Bewegung gekommen sind – zum Beispiel auch mit dem Roloid auf der Überholspur.

Roloid auf der Überholspur

Roloid auf der Überholspur

Das Roloid ist eine Art kunstvolles Fortbewegungsmittel. Man kann sich reinhängen, und durch Gewichtsverlagerung das Roloid und sich selber ins Rollen bringen. Der Name leitet sich aber nicht nur vom Rollen ab, sondern auch von der Form des Oloids, einer Form, die Paul SCHATZ vor 80 Jahren bei der Umstülung des Würfels entdeckte. Näheres unter der Rubrik Publikationen.

Übringens war das Roloid auf der Autobahn so gefragt, daß es auf einem besonderen Zugang auf die Fahrbahn gelangte, und zum Schluß wollte man es gar nicht mehr von der Fahrbahn lasen.

Roloid im Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung

Auf der Seite der Ruhr 2010 kann man noch viele schöne Bilder bewundern, von dem, was es außer dem Roloid zu sehen gab.

Gruppenbild mit Roloid

Leonardo im Roloid

Ruhrgebiet: ein starkes Stück Deutschland

Ruhr 2010. Kulturhauptstadt Europas


28
Feb 10

Winter-Impression

Im Winter werden die Hecken durchsichtig und geben die Blick frei auf ein Spielgerüst, das im Sommer hinter dem Blattwerk versteckt ist. Heute spielen keine Kinder – die Schnee ist darauf zur Ruhe gekommen. In ähnlicher Weise kommt das sonst so bewegliche Wasser in den Schneekristallen zur Ruhe oder Erstarrung.  Kommt das äußere Leben zur Ruhe, gelingt es oft besser auch in Gedanken innezuhalten, besondere Beobachtungen zu machen. Zum Beispiel, daß Formen in einem gewissen Sinn geronnene Bewegung sind.

Ikosaeder-Klettergrüst Herdecke, Schraberg-Schule, Winter 2010

Jede Form kann man unter diesem Aspekt betrachten. Formen stehen nicht nur für sich, sie stehen immer auch in dem Zusammenhang ihrer Umgebung. Letztlich sind Raumformen die Grenzfläche zwischen dem inneren Raumvolumen und dem äußeren Umraum. Anders gesagt zeigt die Grenzfläche das momentane Gleichgewicht zwischen den nach außen wirkenden Kernkräften, und von außen wirkenden Umgebungskräften.

Nicht nur die spätere Schneeschmelze zeigt: Formen können sich auch wieder auflösen. Oder anders: aus Form kann wieder Bewegung werden.


5
Nov 09

Strobl 2009

Workshop bewegliche Modelle. (Bild: Klaus Scheiber)

Zur 30. Geometrie-Tagung des österreichischen Fachverbandes ADG in Strobl am Wolfgangsee gab Alexander HEINZ mit zwei eigenen Beiträgen Gelegenheit geometrisch in Bewegung zu kommen – ausgehend von der einfachen Tatsache, daß der Raum durch die Zeit, und die Zeit durch den Raum erfahrbar werden.

Zum 80. mal jährt sich 2009 die Erfindung des umstülpbaren Würfels von Paul SCHATZ. Mit diesem Modell und vielen weiteren beweglichen Modellen, die in der Folge dieser Erfindung auch von anderen erfunden wurden demonstrierte er wie belebend Geometrie wirken kann, wenn sie das Erleben als Erkenntnis-Zugang erschließt. Dies umsomehr, wenn man, wie auf der Tagung, in einem Workshop dazu die Gelegenheit bekommt, Modelle selber zu bauen.

Die im Vortrag gewählte Darstellung ist als Anregung zur Nachahmung gedacht. Der Inhalt folgt einer ähnlichen Präsentation an der TU München im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geometrie und Graphik (DGfGG) im Februar 2009.


29
Nov 08

Oloid-Vernissage November 2008

Verhülltes Oloid (Foto: Frogard Heinz)

Auf Hof Hartkemeyer bei Bramsche, Nähe Osnabrück, wurde ein Kunst-Stück enthüllt: ein Oloid der Steinmetzin Hildegard von HOMEYER. Die Steinmetzin lernte am Berner Münster und wünschte sich zum Abschluß ihrer Lehrzeit ein Oloid aus Stein zu hauen. Die Schwester Julia Hartkemeyer und andere Freunde sponsorten dazu den Stein – einen Ibbenbürener Sandstein. In einer feierlichen Vernissage wurde das Oloid am 29. November, dem 1. Advent enthülllt: ein schönes Stück Monumental-Geometrie.

Sechsgliedrige Gelenk-Kette des Schatzwürfels mit Oloid. Modell: Werner Budde, HfK Bremen

In der Fest-Ansprache würdigte Alexander Heinz die Arbeit der Steinmetzin und demonstrierte anhand von Modellen den Zusammenhang des Oloids mit dem umstülpbaren Würfel, beides Erfindungen von Paul SCHATZ. Anhand eines Manisfestes von Joseph Beuys beschrieb er Zusammenhänge der Begriffe von Raum, Zeit und Kunst mit dem Begriff der Umstülpung.

Schatzwürfel mit sechsgliedriger Gelenk-Kette. Abbildung aus Schatz: Die Welt ist umstülpbar, Gelenk-Kette nachträglich hervorgehoben

Schatzwürfel. Modell: Alexander Heinz

Schatz'sche Steckriegel mit FS-Oktaeder-Ständer. Modelle: Alexander Heinz

Enthülltes Oloid (Foto: Frogard Heinz)

25
Mai 07

Wunderbare Platonische Körper Hauteroda 2007

Wie kommt es, dass die regulären Polyeder oder Platonischen Körper als schön empfunden werden? Das gesteht man doch sonst Kunstwerken und nicht Gegenständen der Naturwissenschaft zu!

Für ein paar Tage nahmen wir uns die Zeit.  In aller Ruhe ließen wir uns in die wunderbaren mathematischen und zahlenmäßigen Eigenschaften der Platonischen Körper und ihrer Zusammenhänge untereinander ein. Ihre Darstellung in der Geschichte (Steinzeitliche Steinkugeln, PLATOS Beschreibung, römische Bronzemodelle, DÜRERS und LEONARDOS Illustrationen) und streiflichtartige Blicke in das Mineralreich u.v.m. ließen uns wahrlich staunen.

Bewegliche Modelle entstehen

Dazu dienten uns auch praktische Zugangsweisen im Modellbau in verschiedenen Materialien wie Ton, Karton, Plexiglas. Es entstanden auch bewegliche, umstülpbare Modelle, die ein besonders aktives Mitdenken erforderten. Indes sangen draußen, auch am hellichten Tag, die Nachtigallen. Man konnte sich im Paradies wähnen.

Herzlichen Dank an Tobias Knabe für seine freundliche Unterbringung in seinem “Haus auf dem Berge

Arbeitspause (Foto: Hansgeorg Jaffke)


11
Dez 06

Platonische Körper erleben

Platonische Körper (wie überhaupt die Welt) kann man nicht nur von außen, sondern wie der vitruvianische Mensch von Leonardo auch von innen kennenlernen – und ganz schön was dabei erleben! Ausgehend von der Metamorphose der einfachsten geometrischen Elemente wie Punkt, Gerade, Ebene und Raum erprobten wir, wie sich aus Stangen Raumgebilde bilden lassen, vorausgesetzt, es gibt genug hilfreiche Hände, und man ist bereit sich zu strecken und auch mal reinzuknien.

Schüler-Würfel (Foto: Michael von der Lohe)

All das machten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse von der Schule Blote Vogel mit Alexander HEINZ in Witten ganz vorzüglich, wie man auf den nachträglich gemachten Bildern sehen kann. Dazu ist in ganzer Artikel nicht nur in der Schulzeitung erschienen, sondern auch in einer pädagogischen Fachzeitschrift.


24
Dez 02

Die Bedeutung der Geometrie

beruht nicht auf ihrem praktischen Nutzen, sondern darauf, dass sie ewige und unwandelbare Gegenstände untersucht und danach strebt, die Seele zur Wahrheit zu erheben.

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PLATO  (zitiert nach Paul ADAM und Arnold WYSS: Platonische und Archimedische Körper, ihre Sternformen und polaren Gebilde. Bern/Stuttgart 1994)